Wer ist Wer? Die Zauberflöte
„Puh! Kennt ihr das auch? In eurem Leben ist alles durcheinander und noch dazu streiten eure Eltern ständig? Das Einzige, was mir da immer hilft, ist, an meiner Geschichte weiterzuarbeiten. Die heißt „Die Zauberflöte“. Also: Alles fängt mit dem Prinzen Tamino an. Wenn ich mir Tamino vorstelle, dann ist er so, wie ich sein will, wenn ich groß bin. Mutig, entschlossen. Manchmal ist er aber unsicher und stellt sich dieselben Fragen wie ich: Wer bin ich? Wo bin ich? Und dann ist da dieses eine Mädchen: Pamina. Wenn ich an sie denke, wird alles warm in mir. Bezaubernd schön ist sie, cool, stark, ehrlich! Und ich versteh total, dass Tamino sich sofort in sie verliebt, als er ein Bild von ihr sieht. Dann gibt’s den Vogelfänger Papageno. Der ist lustig, laut und locker. Papageno ist wie ich, wenn ich einfach ich sein kann. Einfach nur lachen und in der Natur rumlaufen mit einer Papagena, die genau so ist wie er. Dann ist da Sarastro. Ein mächtiger, weiser, gelassener Mann, so wie man sich den perfekten Vater vorstellt! Der hat einen Plan vom Leben. Aber Moment! Der hat auch Pamina entführt! Ist er jetzt böse? Ja, und das ist die Königin der Nacht. Sie wirkt rachsüchtig, traurig und manchmal böse, obwohl sie das gar nicht ist. Eigentlich ist sie einfach nur richtig verzweifelt! Manchmal erinnert sie mich an meine Mutter. Die Königin der Nacht schickt Tamino los, um ihre Tochter Pamina zu befreien. Und dann will sie auch noch, dass Pamina Sarastro tötet. Irgendwann tritt Monostatos auf. Er arbeitet für Sarastro. Er ist ein Bösewicht und irgendwie auch ein Suchender. Vielleicht wird er gemobbt und von den Mädels übersehen und ist deshalb so gemein. Er ist auf jeden Fall einsam. Dann gibt es noch die drei Knaben. Immer, wenn jemand so richtig am Boden zerstört ist, tauchen sie auf. Sie geben dir das Gefühl, dass du nicht allein bist. Und die drei Damen, die arbeiten für die Königin der Nacht. Sie geben Tamino und Papageno magische Instrumente: eine Zauberflöte und ein magisches Glockenspiel. Sie sind wie meine drei Tanten. Du willst sie nicht zu Besuch haben, aber sie sind nun mal da. Irgendwie sehe ich mich ja in all diesen Figuren… Jedenfalls hab ich mir diese Geschichte ausgedacht, um mein Leben besser zu verstehen.“