Die Csárdásfürstin

Erster Akt

In der Bibliothek derer von und zu Lippert- Weylersheim …
… langweilen sich Komtesse Stasi und der junge Fürst Edwin ihrer heutigen Verlobung entgegen. Seine Mutter Anhilte ist hingegen voller Vorfreude. Edwin träumt sich zurück in die gar nicht so lange vergangene Zeit seiner leidenschaftlichen Beziehung zu der Chansonette Sylva Varescu …

Im Orpheum zu Budapest, einige Wochen zuvor
Sylva, Star des Budapester Varieté-Theaters, gibt am Abend vor dem Beginn einer Amerikatournee ihre Abschiedsvorstellung. Alle Herzen im Orpheum fliegen ihr zu. Aber nur mit Edwin verschwindet sie in ihrer Garderobe. Boni Graf Káncsiánu und Ferenc („Feri“) Ritter Kerekes, zwei ausdauernde Stammgäste des Orpheum, bleiben zurück. Feri erinnert sich wehmütig seiner großen Liebe, der „Kupfer-Hilda vom Orpheum in Miskolcz“, während Boni die regelmäßige Abwechslung unter den „Mädis vom Chantant“ schätzt.

Der bis zur Besinnungslosigkeit verliebte Edwin will Sylva an der Tournee hindern. Auch Sylva hat sich auf­richtig verliebt, aber im Gegensatz zu Edwin weiß sie um die Aussichtlosigkeit ihrer Beziehung: Niemals wird ein von und zu Lippert-Weylersheim eine vom Tingel­tangel heiraten dürfen.

Boni und Feri bitten das Liebespaar zum großen Abschieds­souper mit dem ganzen Ensemble. Während der Feier platzt eine verstörende Nachricht in die fröhliche Runde: Eugen von Rohnsdorff, Edwins Cousin, überbringt einen Einberufungsbefehl. Edwin muss sich anderntags beim Kommandanten melden.

Als Boni und Rohnsdorff allein sind, lüftet dieser noch ein Geheimnis: Edwins Eltern haben dessen Verlobung mit Stasi offiziell angekündigt.

Edwin lässt einen Notar kommen und verspricht Sylva schriftlich die Ehe „binnen acht Wochen“. Sie ist überglücklich und beschließt, ihre Tournee abzusagen. Edwin folgt Rohnsdorff nach Wien.

Boni zeigt Sylva die Verlobungsanzeige – sie fühlt sich betrogen und tritt nun doch ihre Amerikareise an.

Pause

Zweiter Akt

In der Bibliothek derer von und zu Lippert-Weylersheim …
… langweilen sich Edwin und Stasi immer noch. Plötzlich bricht Stasi das Schweigen. Sie ist sehr wohl informiert über Edwins Affäre und weiß, dass Edwin seit acht Wochen vergeblich auf Nachricht von Sylva wartet. Dennoch ist die vernünftige Stasi bereit, Edwin zu heiraten.

Das Verlobungsfest beginnt. Überraschend erscheint auch Boni. An seiner Seite, noch überraschender: Sylva. Sie hat Boni gebeten, als seine Frau eingeführt zu werden, um Edwin noch einmal zu sehen. Fürstin Anhilte und insbesondere Fürst Leopold Maria sind sehr an­getan von der Gräfin Káncsiánu. Nur Rohnsdorff erkennt in ihr Edwins Liebschaft, die „Csárdásfürstin“.

Ein neues Paar findet sich: Boni verliebt sich Hals über Kopf in Stasi. Und auch die Liebe zwischen Edwin und Sylva flammt wieder auf. Er wirbt abermals um ihre Hand; nach der Scheidung von Boni sei sie ja eine Gräfin Káncsiánu, die ein von und zu Lippert-Weylersheim standesgemäß ehelichen dürfe.

Doch Sylva will nichts von dieser Verstellung wissen: Sie verkündet, dass sie gar nicht mit Boni verheiratet ist und gibt sich als die „Csárdásfürstin“ zu erkennen, zerreißt vor aller Augen den Ehekontrakt und verlässt die Feier.

Dritter Akt

Im Orpheum zu Budapest, einige Wochen später
Der Weltkrieg hat Edwin an die Front und Sylva ins Ensemble des Varietés befördert. Mit ihren alten Freunden Feri und Boni tröstet sie sich. Heute muss gefeiert werden, denn: „Weißt du, wie lange noch der Globus sich dreht, ob es morgen nicht schon zu spät?“

Edwin hat sich unerlaubt von der Truppe entfernt, um Sylva zu sehen, aber die will nichts mehr von ihm wissen. Dafür ist Komtesse Stasi mit Edwins Eltern angereist. Anhilte hat von Rohnsdorff erfahren, dass Edwin desertiert ist und möchte ihren Sohn zur Raison bringen. Fürst Leopold Maria setzt sich – ausnahms­weise – gegen seine Frau durch und geht, um mit seinem Sohn unter vier Augen zu reden.

Feri erkennt in Anhilte seine große Liebe von einst: die Kupfer-Hilda vom Orpheum in Miskolcz! Als dem Fürsten klar wird, dass seine eigene Gattin eine ehemalige „Brettl-Diva“ ist, gibt er seinen Widerstand gegen die Verbindung seines Sohnes mit Sylva auf. Und auch Stasi und Boni finden sich. Für einen kurzen Augenblick hat die Liebe gesiegt. Und tausend kleine Englein singen: „Habt Euch lieb!” … „Mag die ganze Welt versinken, hab ich dich!“