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Robert Houssart

Wann wurdest du zum ersten Mal in deinem Leben durch (Musik)Theater verzaubert? Und wodurch?

Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, im Puppentheater von Norwich. Eine Vampirpuppe begann auf einer Orgel teuflische Musik zu spielen, woraufhin die Orgel unter der Wucht ihres Spiels zusammenbrach. Ich war sofort begeistert. Viel später war Das Rheingold für mich als Student eine Offenbarung, wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen.

Warum singen die Leute und warum sprechen sie nicht?

„Musik beginnt dort, wo die Sprache endet … sie verleiht den Worten eine Kraft, die die Sprache nicht vermitteln kann“ (Henry R. Cleveland)

Welche Rolle kann/soll (Musik)Theater in der heutigen Gesellschaft einnehmen?

Sowohl Musik als auch Theater bieten uns Raum für Empathie, für gemeinsame Erlebnisse und für die Bereicherung unserer Vorstellungskraft, unserer Fantasie, unseres Sinns für das Geheimnisvolle und unserer Kreativität.

***

Geboren in

Haarlem (Niederlande) 

Ausbildung

St. John’s College, Cambridge und Royal Norther College of Music 

Fünf bis zehn wichtige Engagements

Sein Debüt war Le Grand Macabre am Adelaide Festival in Australien (La Fura dels Baus)

Im Jahr 2016 sprang er an der Königlich Dänischen Oper mit nur 24 Stunden Vorwarnung für Salome ein. Dies führte zu einem Engagement als Hausdirigent von 2017 bis 2024. Er dirigierte mehr als 300 Aufführungen, darunter neue Opern wie Louise Alenius’ Manualen, Thomas Adès’ The Exterminating Angel und Powder Her Face sowie David Bruces Intet, neben dem Kernrepertoire mit Mozart, Strauss und Wagner und seinem Engagement für „Entartete Musik“

2019: Weltpremiere von Hans Abrahamsens The Snow Queen

Zwei bemerkenswerte Debüts an der Opéra de Paris: Adès’ The Exterminating Angel (2024) und das legendäre Prokofjew/Nurejew-Stück Romeo und Julia (2026)

Die französische Premiere von Korngolds Das Wunder der Heliane (2026) an der Opéra National du Rhin

Regelmäßige Kooperationen mit dem Opernhaus Zürich (Countertime, A Winternight’s Dream), der Semperoper Dresden (Schwanensee, Onegin, Der Nussknacker

Prägende Zusammenarbeit mit diesen Künstler:innen

Thomas Adès – Zusammenarbeit mit dem Komponisten an The Dante Project und The Exterminating Angel sowie die dänische Erstaufführung von Powder her Face

Hans Abrahamsen – ein längerer Studienaufenthalt beim Komponisten an dessen Meisterwerk Schnee vor der Weltpremiere seiner ersten Oper.

Michael Boder – Michael verdanke ich den Start in mein Berufsleben. Er traf mich für fünf Minuten in einem Café in Brüssel und nahm mich sofort als Assistenten mit nach Berlin, Wien und Kopenhagen, wo er Chefdirigent war. Er war unvergesslich und wird sehr vermisst.

Preise & Ehrungen

Bei den dänischen Reumert-Theaterpreisen: Oper des Jahres 2016 (Powder Her Face/Adès), 2020 (Intet/Bruce), 2023 (Lisbon Floor/Vestergaard) 

Bei DR (dänischer Rundfunk) der P1-Preis für die Aufführung des Jahres, 2019 (Snedronningen/Abrahamsen) 

Snedronningen wurde außerdem von Alex Ross in The New Yorker 2019 als eine der zehn Aufführungen des Jahres aufgeführt.

Website

https://www.maestroarts.com/artists/robert-houssart


* Verwendung der Fotografie (© Zach) nur für Zwecke der aktuellen Berichterstattung über die Volksoper Wien