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Paul Taylor

Paul Taylor zählt zu den bahnbrechenden Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts und beeinflusste bereits als Tänzer sowie seit 1954 bis zu seinem Tod im August 2018 als Choreograph maßgeblich die Entwicklung des amerikanischen Modern Dance. Nach 60 Jahren als künstlerischer Direktor der Paul Taylor Dance Company schuf er 2014 mit der Gründung von Paul Taylor’s American Modern Dance für diese Tanzkunst eine neue Institution, die heute neben dem Paul Taylor Repertoire auch die wichtigsten American Modern Dance-Werke der Vergangenheit zeigt und Aufträge an eine junge Choreographen-Generation vergibt.
In Washington DC am 29. Juli 1930 geboren und dort auch aufgewachsen, wurde Paul Taylor während seines Studiums an der Syracuse University durch Bücher auf den Tanz aufmerksam und wechselte schließlich an die New Yorker Juilliard School, um Tanz zu studieren. 1955 trat er als Solist der Martha Graham Dance Company bei, war zugleich aber auch als Choreograph für sein eigenes Ensemble tätig. 1959 beim New York City Ballet zu Gast, kreierte George Balanchine für ihn das legendäre Taylor-Solo in seinem Ballett »Episodes«.
Von den 147 Stücken Paul Taylors genießen heute viele Kultstatus. Ihr von einer großen Bandbreite geprägtes Spektrum reflektiert Themen wie Krieg, Religiosität, Spiritualität, Sexualität, Moral und Tod. Romantisches findet sich neben Athletischem, und viele seiner Werke sind von einer Komik, wie man sie auf der Tanzbühne selten findet. Immer wieder wurde aber auch Paul Taylors außergewöhnliche Musikalität hervorgehoben.
Er ebnete und beeinflusste den Werdegang zahlreicher Tanzkünstler:innen wie Pina Bausch, Patrick Corbin, Thomas Evert oder Twyla Tharp. Viele seiner ehemaligen Company-Mitglieder sind heute angesehene Lehrer:innen an Hochschulen und Universitäten.
In Mathew Diamonds Dokumentations-Film »Dancemaker«, aber auch als Autor seiner autobiographischen Schrift »Private Domain« sowie des Wall Street Journal-Essays »Why I Make Dances« gibt Paul Taylor eindrucksvolle Einblicke in die Geheimnisse des Kreationsprozesses. »Dancemaker« wurde für den Oscar nominiert und von der Times als »vielleicht beste Tanzdokumentation« bezeichnet, »Private Domain« vom National Book Critics Circle 1987 zur »wichtigsten Biographie« gekürt. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die Paul Taylor erhielt, finden sich fast alle wichtigen Preise und Ehrungen der Vereinigten Staaten: Für »Speaking in Tongues« erhielt er einen Emmy Award, 1993 verlieh ihm Präsident Clinton die National Medal of Arts, 1995 folgte der Algur H. Meadows Award for Excellence in the Arts. Dazu kommen drei Guggenheim-Stipendien sowie die Ehrendoktorwürde mehrerer Universitäten und Hochschulen. Für sein Lebenswerk wurde Paul Taylor die MacArthur Foundation Fellowship sowie der Samuel H. Scripps American Dance Festival Award verliehen.
Mit der Einstudierung von »Promethean Fire« ist 2023 erstmals ein Werk Paul Taylors mit dem Wiener Staatsballett zu erleben.

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