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Gemeinsames Geschichtenerzählen voller Fantasie

Am 13. April 2026 feiert mit Der Zarewitsch eine Operette Premiere, wie Sie sie noch nie gesehen haben. Wir haben den Regisseur Steef de Jong über Zarewitsch-Auditions, Operetten-Vorurteile und die Liebe zum Geschichtenerzählen befragt.

Steef, dich verbindet eine sehr persönliche Geschichte mit Der Zarewitsch

Das Wolgalied war die erste Operettenmusik, die ich je gehört habe! Es war die erste Nummer auf einer Platte, die ich besaß. Mein Vorurteil damals war: Operette ist altmodisch und kitschig. Aber das Wolgalied hat mich umgehauen und ich habe mich sofort in die Musik verliebt.

Du hast Der Zarewitsch schon einmal in den Niederlanden inszeniert. 

Ich wollte meine eigene Entdeckung des Genres auf die Bühne bringen und habe eine Geschichte erfunden, in der ich nach Wien reise, um an einer Audition für Der Zarewitsch teilzunehmen. Wenn ich das Werk jetzt also in der Volksoper inszeniere, geht wirklich ein Traum in Erfüllung.

Zeichnung von Steef de Jong für Der Zarewitsch: Kautschukoff mit einem roten Kleid in der linken Hand.

Steef, du konzentrierst dich stark auf die Liebesgeschichte, was macht sie für dich so besonders?

Ich habe das Stück ungefähr zu der Zeit entdeckt, als ich mich geoutet habe. Und auch der Zarewitsch verliebt sich in jemand, den er für einen Mann hält. Das Wolgalied handelt für mich von Einsamkeit und davon, sich unverstanden zu fühlen. Diese Gefühle kenne ich sehr gut – vielleicht ist das der Grund, warum mir dieses Stück so nahe ist.

Du arbeitest mit selbst gestalteten Zeichnungen, die du live bewegst und animierst.

In den Zeichnungen kann ich zeigen, worum es für mich in dieser Geschichte wirklich geht. Ich kann die Charaktere zeigen, aber auch das, was in ihrem Inneren vorgeht. Die Zeichnungen bleiben jedoch bewusst Skizzen. Sie werden live animiert, und Sänger:innen, Chor und Orchester hauchen ihnen dann durch die Musik Leben ein.

Projektion aus der Operette Der Zarewitsch