Richard Strauss‘ Salome ist eines der verstörendsten und gleichzeitig berührendsten Werke der Opernliteratur, erzählt es doch von einer unfassbaren Obsession: Die Königstochter Salome ist der Dekadenz ihres Umfelds überdrüssig. Einen Gegenentwurf findet sie in der Keuschheit des von ihrem Stiefvater Herodes in einer Zisterne gefangengehaltenen Propheten Jochanaan. Seine Ablehnung steigert ihre Faszination zur Ekstase. Salome will ihn küssen, doch er weist sie zurück. Als Herodes seiner Stieftochter im Tausch gegen einen Tanz alles verspricht, was sie sich nur wünsche, willigt sie ein, fordert dafür aber einen hohen Preis: den Kopf des Propheten.
Dieses herausfordernde Werk wurde an der Volksoper zu einem umjubelten Publikumserfolg. Das liegt an der großartigen Musik Richard Strauss‘, aber auch an Luc Bondys zeitloser Inszenierung, die längst ein Regieklassiker des 20. Jahrhunderts ist. Ursprünglich entstanden für die Salzburger Festspiele sorgte sie auch an der Volksoper für Begeisterung: „Salome an der Wiener Volksoper ist auch eine sehr gelungene Verneigung vor dem Theatermagier Luc Bondy und fesselt musikalisch in jedem Moment”, schrieb etwa der Kurier.