Pressezentrum
Pressebüro der Volksoper Wien
Währinger Straße 78, 1090 Wien
Mag. Eva Koschuh
+43/1/514 44-3410
eva.koschuh@volksoper.at
Sarah Roiser-Stöger, MA
+43/1/514 44-3412
sarah.stoeger@volksoper.at
Wolfgang Amadeus Mozart:
Requiem in d-Moll (KV 626)
In memoriam KS Josef Luftensteiner
Der unerwartete Tod unseres geliebten und hochgeschätzten Kollegen KS Josef Luftensteiner am 24. August 2026 erfüllt uns mit tiefer Trauer. Der Vorsitzende des Betriebsrats der Volksoper und Mitglied des Aufsichtsrats der Bundestheater-Holding und der Volksoper ist am 24. August 2026 in Wien nach langer schwerer Krankheit verstorben.
Er war das Herz der Volksoper und eine Seele von einem Menschen, der stets für das Wohl unseres Hauses gekämpft hat. Wir sind zutiefst erschüttert über diesen schweren Verlust.
KS Josef Luftensteiner hat wie kein zweiter über 38 Jahre lang die Geschicke der Volksoper geprägt. Am 27. September widmen wir ihm daher im Rahmen einer Matinee in der Volksoper ein feierliches Requiem.
Wolfgang Amadeus Mozart
Requiem in d-Moll (KV 626)
In memoriam KS Josef Luftensteiner
Musikalische Leitung: Alfred Eschwé
Mit: Rebecca Nelsen, Wallis Giunta, Timothy Fallon, Josef Wagner
Chor, Zusatzchor und Orchester der Volksoper Wien
am Sonntag, 27. September 2026 um 11:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
KS JOSEF LUFTENSTEINER (1958 – 2026)
Der am 23. Mai 1958 im niederösterreichischen Wallsee geborene Josef Luftensteiner wurde nach der Volksschule Mitglied bei den Wiener Sängerknaben. Er besuchte in Linz das Konservatorium, wo er neben Gesang auch die Fächer Kontrabass und Violine belegte. 1984 wurde er an das Grazer Opernhauses engagiert, wo der Bariton sich rasch ein breites Repertoire mit späteren Paraderollen wie Figaro in Der Barbier von Sevilla, Falke in Die Fledermaus und Leopold in Im Weißen Rössl erarbeitete.
Mit 28 Jahren wurde er von Eberhard Wächter an die Volksoper engagiert und debütierte als Figaro. Weitere Partien in seiner ersten Saison waren außerdem Dr. Falke in Die Fledermaus und Papageno in Die Zauberflöte. Für das Ensemble der Volksoper war Josef Luftensteiner ein Glücksfall. Direktor Eberhard Wächter, der viel Wert auf gute Stimmen und einen gesunden Ensemblegeist legte, schätzte ihn als Künstler und zeigte sich beeindruckt von Luftensteiners jovialen, fast vorlautem Temperament und seinem Teamgeist.
In seiner aktiven Zeit als Sänger stand Josef Luftensteiner in 20 Premieren auf der Bühne (davon eine Uraufführung). Über 1450 Abende sang er bis Ende Oktober 2021. In 45 verschiedenen Rollen konnte man ihn in seiner aktiven Bühnenlaufbahn in 34 Jahren erleben. Wichtige Partien waren dabei Toni Schlumberger in Die Zirkusprinzessin, Benozzo in Gasparone, Gustl in Das Land des Lächelns, Pappacoda in Eine Nacht in Venedig, Graf Boni in Die Csárdásfürstin, Josef in Wiener Blut, Bill Calhoun in Kiss me, Kate, Dr. Falke und Gefängnisdirektor Frank in Die Fledermaus und natürlich Papageno in Die Zauberflöte. Die Volksoper im Ausland vertrat er unter anderem bei sechs Gastspielen in Japan, die nicht zuletzt dank seines Engagements, seiner Tatkraft und seinem Organisationstalent zustande kamen.
Josef Luftensteiners burschikoses Auftreten und seine offene Art, Probleme aufzuzeigen und anzugehen, prädestinierten ihn Jahre später, als Betriebsrat für die Volksoper sowie für die Gewerkschaft der Bundestheater zu arbeiten. Er sah sich aber immer als Partner für das Theater und als Kollege für die Mitarbeiter:innen. Neben seiner künstlerischen Arbeit wurde seine Tätigkeit als Aufsichtsrat der Bundestheaterholding (seit 2001) von immenser Wichtigkeit für das Haus. Vor allem sein Engagement als Betriebsrat seit 2001 und Mitglied des Aufsichtsrates der Volksoper seit 2020 ist nicht nur bemerkenswert, sondern auch bedeutsam für das Geschick der einzelnen Gruppen. Zudem führte er den Vorsitz der Sektion Bühnenangehöriger der Gewerkschaft younion.
Die Volksoper stand für ihn immer an erster Stelle – sein großartiger Kampf für das Wohl des Hauses um die Jahrtausendwende ist legendär – er und Kolleg:innen aus dem Betriebsrat sammelten vor den Vorstellungen Unterschriften für den Erhalt der Volksoper. Mit den jeweiligen Direktoren nach Eberhard Wächters Tod verstand er sich bestens und konnte so in seiner Funktion als Betriebsrat oft helfend eingreifen. Klaus Bachler, Dominique Mentha, Rudolf Berger, Robert Meyer und Lotte de Beer schätzten seine Meinung und seine konstruktive, sportliche und konsensorientierte Herangehensweise an Probleme, mit der er immer wieder beide Seiten (Ensemble und Direktion) auf eine gemeinsame Linie für die Volksoper einschwören konnte.
„Nun ist KS Josef Luftensteiner nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Wir können diesen schweren Verlust kaum fassen. Unsere Gedanken und die der ganzen Volksoper sind bei seiner Familie, besonders bei seiner liebevollen Frau KS Martina Dorak, die er über alles liebte und die stets an seiner Seite war und ihn mit Hingabe unterstützte. Wir verlieren mit unserem Lufti einen großen Menschen und lieben Freund.“ (Lotte de Beer und Christoph Ladstätter, Geschäftsführung der Volksoper Wien)