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Chicago

Ein Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse
Premiere am 24. Oktober 2026

Buch von Fred Ebb & Bob Fosse | Musik von John Kander | Liedtexte von Fred Ebb
Nach dem Theaterstück Chicago von Maurine Dallas Watkins
Deutsch von Erika Gesell und Helmut Baumann
Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin
CHICAGO is presented by special arrangement with Samuel French, Inc., New York

Mörderinnen, die durch Lügen zu Heldinnen werden, ein sensationsgieriges Publikum und Menschen, die nichts mehr wollen, als 15 Minuten im Licht der Scheinwerfer zu stehen. Chicago ist eine Geschichte über die Verlockungen der Showbiz-Welt, mit weltbekannten Songs – allen voran „All That Jazz“ – und mitreißendem Tanz.
 
Am 24. Oktober 2026 feiert der Musicalklassiker Chicago von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse Premiere an der Volksoper Wien. Regisseurin Lotte de Beer richtet den Blick dabei auf die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie und die Frage, welche Version einer Geschichte geglaubt wird. Denn in Chicago geht es nicht nur darum, gesehen zu werden – sondern darum, wer die eigene Geschichte erzählen darf. Die musikalische Leitung übernimmt der renommierte britische Dirigent und Musical Director Gareth Valentine, der bereits an zahlreichen Produktionen im Londoner West End, u. a. mit John Kander, gearbeitet hat. Myrthes Monteiro verkörpert Velma Kelly, Bettina Mönch ist als Roxie Hart zu erleben und Katia Ledoux übernimmt die Rolle der „Mama“ Morton. Gemeinsam mit Lionel von Lawrence als Billy Flynn, Jakob Semotan als Amos Hart und einem hochkarätigen Ensemble aus Musicalsänger:innen, Balletttänzer:innen des Wiener Staatsballetts und Chorsänger:innen bringen sie die glamouröse und zugleich schonungslose Welt von Chicago auf die Bühne.

RUHM, EHRGEIZ UND DIE VERLOCKUNGEN DER SCHOWBIZ-WELT

Chicago in den 1920er-Jahren: Nach dem Mord an ihrem Liebhaber landet die ehrgeizige Roxie Hart im Frauengefängnis. Was zunächst wie das Ende ihrer Träume erscheint, eröffnet ihr ungeahnte Möglichkeiten. Denn schnell erkennt sie, dass in einer Welt voller Schlagzeilen, Sensationslust und öffentlicher Empörung ein Verbrechen zum Sprungbrett für Berühmtheit werden kann. 

Im Gefängnis begegnet Roxie der gefeierten VaudevilleKünstlerin und Doppelmörderin Velma Kelly, die bislang die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ihrer Seite wusste. Zwischen den beiden Frauen entsteht ein erbitterter Konkurrenzkampf um Ruhm, Einfluss und die Gunst des Publikums. Unterstützt werden sie von der gewieften Gefängnisaufseherin „Mama“ Morton, die jede Situation geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen weiß. Als der charismatische Staranwalt Billy Flynn Roxies Fall übernimmt, beginnt eine perfekt inszenierte Kampagne. Gemeinsam mit der Boulevardjournalistin Mary Sunshine macht er die Angeklagte zu einer öffentlichen Sensation. Plötzlich steht Roxie im Mittelpunkt des Interesses, während Velma zusehen muss, wie ihr eigener Stern zu verblassen droht. 

Doch in Chicago ist Aufmerksamkeit ein flüchtiges Gut. Kaum hat sich ein Skandal auf den Titelseiten etabliert, wartet bereits der nächste darauf, die öffentliche Neugier auf sich zu ziehen. Zwischen Gerichtsverfahren, Medienrummel und großen Showmomenten entfaltet sich eine ebenso glamouröse wie bissige Geschichte über Ruhm, Ehrgeiz und die Macht der öffentlichen Wahrnehmung.

REGISSEURIN LOTTE DE BEER ÜBER CHICAGO

Wer bestimmt, was wahr ist? Wie entsteht ein öffentliches Bild? Und warum wünschen wir uns so sehr, gesehen zu werden?

Chicago zeigt eine Welt, in der Aufmerksamkeit kostbar ist und öffentliche Wahrnehmung über Schicksale entscheidet. Für die Hauptfiguren Velma und Roxie wird der Wunsch, gesehen zu werden, zu einer existenziellen Angelegenheit. Der eigene Name auf der Titelseite bedeutet viel mehr als Anerkennung, er wird zur Voraussetzung des Überlebens. Doch die Ökonomie der Aufmerksamkeit funktioniert nicht allein durch diejenigen, die im Mittelpunkt stehen wollen. Sie lebt ebenso vom Publikum, das nach Sensationen verlangt, sich empört und nur zu gerne bereit ist, für den nächsten Skandal zu bezahlen. Chicago stellt uns dabei die unbequeme Frage, warum Gewalt mehr Aufmerksamkeit erzielt als Menschlichkeit?”
 
“THIS IS CHICAGO, KID. YOU CAN’T BEAT FRESH BLOOD ON THE WALLS.”

“Mich interessiert weniger, ob Figuren wie Velma und Roxie recht haben oder unrecht, ob sie gut sind oder böse. Sie sind für mich keine bloßen Karikaturen, sondern zwei Frauen, die um Sichtbarkeit ringen, darum kämpfen, ihre eigene Geschichte selbst erzählen zu dürfen. Denn in der Welt von Chicago ist nicht entscheidend, was wirklich geschah. Entscheidend ist, welche Version geglaubt wird.”
 
“GIVE ’EM THE OLD RAZZLE DAZZLE”

“Für unsere Inszenierung war früh klar, dass wir die Mittel des Theaters nicht verstecken wollen. Der Conférencier führt uns wie ein griechischer Chor durch den Abend, kommentiert, beobachtet und verführt. Er erinnert uns daran, dass wir als Publikum nicht außerhalb des Geschehens stehen. Denn jede Geschichte braucht jemanden, der ihr zuhört, jede Inszenierung braucht Menschen, die bereit sind, sich auf sie einzulassen. Wir begegnen in Chicago der sehr menschlichen Fähigkeit uns selbst immer wieder neu zu erfinden. Wir sind eingeladen gemeinsam darüber nachzudenken, was wir sehen und wer wir sein möchten.”

Myrthes Monteiro, die zuletzt als Anita in West Side Story auf der Bühne der Volksoper zu erleben war, übernimmt die Rolle der Velma Kelly. Bettina Mönch, dem Volksopernpublikum bereits aus Follies und Cabaret bekannt, verkörpert Roxie Hart. Mit Katia Ledoux gibt eine international renommierte Opernsängerin ihr Musicaldebüt an der Volksoper: Für ihre Rolle als „Mama“ Morton hat sie sich eigens mit der speziellen Gesangstechnik des Beltens vertraut gemacht. Als charismatischer Staranwalt Billy Flynn ist Lionel von Lawrence zu erleben, Jakob Semotan übernimmt die Rolle des Amos Hart. Ergänzt wird das Ensemble durch Musicaldarsteller:innen, Balletttänzer:innen des Wiener Staatsballetts und Chorsänger:innen des Chors der Volksoper Wien.

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