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Pressezentrum

Pressebüro der Volksoper Wien

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Der Opernball

Mit Der Opernball feiert am 5. Dezember 2026 ein Klassiker von Richard Heuberger Premiere an der Volksoper Wien. Regisseur Moritz Franz Beichl begibt sich in seiner Inszenierung auf die Suche nach dem Riss in der Tapete des perfekten bürgerlichen Ehelebens und verbindet die musikalische Eleganz des Originals mit einem heutigen Blick auf die Figuren und ihre Beziehungen. Die musikalische Leitung übernimmt Jakob Lehmann. Für beide markiert diese Produktion ihr Volksopern-Debüt – und das bei einer Operette, die bereits in der siebten Inszenierung auf dem Spielplan des Hauses steht. Annette Dasch ist als Marguérite und Carsten Süss als Georges Duménil zu erleben. Zahlreiche weitere Publikumslieblinge und der Chor der Volksoper Wien versprechen einen glanzvollen Operettenabend.

DER RISS IN DER TAPETE

Regisseur Moritz Franz Beichl belässt in seiner Inszenierung von Heubergers Klassiker den Opernball im Paris der Belle Époque und macht sich auf die Suche nach dem Riss in der Tapete des perfekten bürgerlichen Ehelebens. 

Im Mittelpunkt: das Gastgeberpaar Georges und Marguérite. Um wieder einmal etwas Spannung in ihre Ehe zu bringen, laden sie das frisch verlobte Pärchen Angèle und Paul zur Karnevalszeit in ihre Pariser Wohnung ein. Marguérite gelingt es, die gutgläubige Angèle zu einem Treuetest mit Partnertausch zu überreden: Ihren beiden Männern schreiben die Damen zwei gleichlautende Einladungen zum Rendezvous mit einem geheimnisvollen „rosa Domino“ heute Nacht auf dem Opernball. Auf die gefälschten Briefe folgt prompt eine gefälschte Depesche, die Paul ein dienstliches Alibi verschafft. Und so landet das Gemischte Doppel auch schon – überkreuzt – in den berüchtigten „Chambres séparées“ der Pariser Oper. Dass neben Angèle und Marguérite noch ein weiterer „rosa Domino“ durch die Logen huscht, verkompliziert die Sache nicht unbedeutend.

Komponist und Kritiker in einer Person, was soll denn dabei schon herauskommen? Ein Loblied auf das gepflegte Doppelleben natürlich! Als Richard Heuberger im Gründungsjahr der Volksoper 1898 seine erste Operette Der Opernball uraufführt, ist er bereits 47 Jahre alt, will die Gattung aber unbedingt erneuern: graziös statt ordinär, mehr Musikdrama und weniger Schlager soll sie sein. In die duftige Musik seiner Konversationsoperette baut der alte Wagnerianer selbstverständlich Leitmotive ein: So zieht sich der verhängnisvolle „rosa Domino“ als indiskreter roter Faden durch die gesamte Partitur und verpfeift die handelnden Personen in ihren wahren Absichten mehr als einmal an das aufmerksame Publikum …

MASKEN, FRÄCKE, FLIRTS

Regisseur Moritz Franz Beichl im Gespräch
 
Eine Operette über den Opernball – für dich als Wiener eine Steilvorlage? 
„Auf dem Wiener Opernball war ich noch nie, ein schwarzer Frack ist nichts für mich. Glücklicherweise spielt unser Stück auf dem Pariser Opernball, der in einer ganz anderen Tradition steht: Hier wird sich verkleidet, es gibt Masken, man flirtet und ist entfesselt. Das ist schon mehr nach meinem Geschmack.“
 
Was war dir in deiner Fassung besonders wichtig? 
„Andreas Kouba und ich haben in unserer textlichen Neufassung den Ort und die Zeit des Originals beibehalten und dennoch in diesem Rahmen versucht, die Themen, Situationen und Figuren mit einem heutigen Blick zu betrachten. Die Musik und die Geschichte des Originals sind fantastisch! Liebe, Flirten, Ehe – das sind uralte, urmenschliche Themen, die sich im Laufe der Zeit allerdings immer wieder verändert haben. Wir haben beim Überschreiben des Textes ausgelotet, worüber wir heute lachen wollen und was uns nach wie vor berührt. Lustig soll es sein, aber auch zu Herzen gehen und uns etwas darüber erzählen, wie wir Menschen heute lieben.“
 
Wie hoch ist die Gefahr für das Publikum, sich selbst in einer der Bühnenfiguren wiederzuerkennen? 
„Hoch! Die Hauptfiguren bilden vier Paare, die in unterschiedlichen Phasen einer Beziehung stecken: Hortense und Henriette flirten und nähern sich gerade an. Paul und Angèle sind verlobt. Marguérite und Georges feiern ihren 25. Hochzeitstag, während Theophil und Palmira seit gefühlt tausend Jahren verheiratet sind. Es gibt also reichlich Identifikationspotential für alle, die schon einmal Beziehungstroubles erlebt haben …“
 
Als Ehepaar Duménil sind Annette Dasch und Carsten Süss zu erleben. Gemeinsam mit Johanna Arrouas als Angèle, Jakob Semotan als Paul Aubier, Hannah Fheodoroff als Henriette, Juliette Khalil als Hortense sowie zahlreichen weiteren Publikumslieblingen und dem Chor der Volksoper Wien bringen sie Heubergers Klassiker in der verflixten siebten Inszenierung mit viel Witz und musikalischem Schwung auf die Bühne.

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