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Salome

Ein Regieklassiker kehrt zurück: Ab 8. November 2026 steht Luc Bondys zeitlose Inszenierung von Salome in der szenischen Einstudierung von Marie-Louise Bischofberger-Bondy wieder auf dem Spielplan der Volksoper Wien. Das Werk verbindet eine besondere Geschichte mit dem Haus, denn die Wiener Erstaufführung fand 1910 an der Volksoper statt. Im Zentrum der Wiederaufnahme steht ein besonderes Debüt: Hedwig Ritter, die bereits als Feldmarschallin in Der Rosenkavalier mit ihrer Interpretation der Musik Richard Strauss’ begeisterte, ist erstmals in der Titelrolle der Salome zu erleben. Die musikalische Leitung übernimmt Mikhail Agrest.

FAMILIENKONFLIKTE, EROTIK & GLAUBENSWAHN

Oft ist man überrascht, wie unterschiedlich, manchmal sogar verstörend gegensätzlich die Urteile zu Opern und deren Umsetzungen ausfallen können. Es hilft sich zu erinnern, dass das kein neues Phänomen ist, sondern immer schon der Fall war. „Das ist Wahnsinn! ... Nichtiger Unfug, vermählt mit Unzucht”, soll Cosima Wagner gesagt haben, als Richard Strauss ihr aus der Partitur der Salome vorspielte. Ganz anders Gustav Mahler: „Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt!“ In jedem Fall war die Oper ein Skandal, als sie das erste Mal das Bühnenlicht der Welt erblickte. An der Wiener Staasoper durfte das Stück lange nicht aufgeführt werden, weswegen die Wiener Erstaufführung am 23. Dezember 1910 an der Volksoper stattfand. Das Werk, das eine so verstörende Geschichte erzählt, ist also eng mit der Geschichte unseres Hauses verbunden.

Die Königstochter Salome ist der Dekadenz ihres Umfelds überdrüssig. Einen Gegenentwurf findet sie in der Keuschheit des von ihrem Stiefvater Herodes in einer Zisterne gefangengehaltenen Propheten Jochanaan. Seine Ablehnung steigert ihre Faszination zur Ekstase. Salome will ihn küssen, doch er weist sie zurück. Als Herodes seiner Stieftochter im Tausch gegen einen Tanz alles verspricht, was sie sich nur wünsche, willigt sie ein, fordert dafür aber einen hohen Preis: den Kopf des Propheten.


Luc Bondys zeitlose Inszenierung ist ein Regieklassiker des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich entstanden für die Salzburger Festspiele sorgte sie auch an der Volksoper für Begeisterung: „Salome an der Wiener Volksoper ist auch eine sehr gelungene Verneigung vor dem Theatermagier Luc Bondy und fesselt musikalisch in jedem Moment”, schrieb etwa der Kurier. 

Nun kehrt die Aufführung zurück, und das mit einem aufsehenerregenden Debüt in der Titelrolle: Hedwig Ritter. Bereits als Feldmarschallin im Rosenkavalier bewies sie ihre Affinität zur Musik Richard Strauss‘: „Gefühlvoll und sensibel“, „stimmlich souverän und herzensklug“ und „mit blühendem Sopran“ waren nur einige der begeisterten Beschreibungen. Nun ist sie unter der Musikalischen Leitung Mikhail Agrests erstmals als Salome zu erleben. Josef Wagner übernimmt die Partie des Jochanaan, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke ist als Herodes und Ursula Pfitzner als Herodias zu erleben.

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