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Alljährlich im Juni wird im Pride Month die Sichtbarkeit queerer Kultur gefeiert, aber auch an den Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung erinnert. Pride ist Widerstand und Lebensfreude! Und welches Werk wäre besser geeignet, um anlässlich dieses Fests einen neuen Blick auf Erotik, Liebe und gesellschaftliche Erwartungen zu werfen als Johann Strauß’ Die Fledermaus?

Ausgerechnet Operette? Ja – kein Genre ist queerer! Von Beginn an subversiv und freizügig war sie stets auch ein Spiel mit Geschlechterrollen und Sehnsüchten. Mit Maskerade und Verwandlung erzählt sie von Menschen, die andere Identitäten annehmen – oder annehmen müssen. Was verändert sich nun, wenn Beziehungen nicht automatisch heterosexuell sind? Wenn gesellschaftliche Normen nicht nur vergnügliche Täuschungen, sondern existenzielle Lebenslügen hervorbringen?

Für diese Säule des Repertoires verfassen Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl eine neue Textfassung. Egal wie Sie lieben oder sich definieren – feiern Sie mit uns den Pride Month, die Operette und das befreiende Lachen über jene Masken, die die Gesellschaft uns aufzwingen will.

Außerhalb des Pride Monats steht selbstverständlich unsere gewohnte, beliebte Inszenierung der Fledermaus weiterhin auf dem Spielplan.

Leading Team

nach einer Inszenierung von Robert Herzl

Neueinstudierung Florian Hurler

Bühnenbild Pantelis Dessyllas

Kostüme Doris Engl

Choreographie Lili Clemente

Choreographie Florian Hurler

Dramaturgie Jürgen Bauer

Choreinstudierung Roger Díaz-Cajamarca

Weitere Termine und Besetzung

Do 20 Mai 2027

2 Pausen
19:00 - 22:30

Preise A

ERSTER AKT
Zuhause bei den Eisensteins: Gabriel von Eisenstein und seine Frau Rosalinde leben nach außen hin die perfekte Ehe. Doch hinter der
bürgerlichen Fassade brodeln verdrängte Leidenschaften. Während Gabriel wegen einer kompromittierenden Begegnung mit einem Polizisten, über deren genaue Natur im Haushalt lieber nicht gesprochen wird, eine Arreststrafe antreten soll, möchte Rosalindes ehemaliger Liebhaber Alfred die Abwesenheit des Ehemanns für ein romantisches Wiedersehen nutzen. 

Auch Stubenmädchen Adele hat geheime Wünsche: Sie möchte unbedingt auf den geheimnisvollen Ball des Prinzen Orlofsky. Plötzlich erscheint Dr. Falke und überredet Gabriel, vor dem Gefängnisaufenthalt ausgerechnet diesen exklusiven Ball zu besuchen. Falke lockt ihn mit der Aussicht auf illustre Gäste, erotische Abenteuer und Erinnerungen an ausschweifendere Zeiten. Könnte die gemeinsame Vergangenheit der beiden inniger gewesen sein, als Eisenstein wahrhaben möchte? Kurz darauf erhält Rosalinde einen Brief: Wenn sie erfahren wolle, „wer ihr Mann wirklich ist“, solle sie ebenfalls zu Orlofskys Ball kommen – verkleidet als Mann. 

Adele bekommt frei und alle rüsten sich für die rauschende Nacht. Alfred nutzt die Gelegenheit und erscheint erneut bei Rosalinde. Als Gefängnisdirektor Frank kommt, um Eisenstein abzuholen, muss Rosalinde Alfred als ihren Ehemann ausgeben. Alfred lässt sich an Eisensteins Stelle verhaften.

ZWEITER AKT
Im Palais des Prinzen Orlofsky findet ein geheimer Ball statt, auf dem Geschlechterrollen, Identitäten und gesellschaftliche Regeln aufgehoben sind. Adele trifft dort auf ihre „Schwester“ Ida, die in Drag auftritt und sie als Künstlerin „Olga“ in die Gesellschaft einführt. Orlofskys Motto lautet: Jede und jeder nach dem eigenen Geschmack. Falke kündigt dem Prinzen eine „Komödie“ an, deren Mittelpunkt Eisenstein sein werde. Dieser erscheint als „Marquis Renard“ und flirtet unter anderem mit Gefängnisdirektor Frank, der ebenfalls inkognito auf dem Ball ist. Schließlich erscheint Rosalinde, maskiert als ungarischer Fürst.

Eisenstein fühlt sich sofort zu dem geheimnisvollen Mann hingezogen und versucht ihn zu verführen. Als Orlofsky nach der versprochenen Komödie fragt, erzählt Eisenstein die Geschichte eines früheren Maskenballs, bei dem er Falke in einer verfänglichen Situation in einem Fledermauskostüm bloßgestellt habe. Erst langsam wird deutlich, dass diese Demütigung für Falke weit mehr
war als ein harmloser Scherz. Das Fest endet abrupt, als Spitzel der Polizei auftauchen.

DRITTER AKT
Im Gefängnis versucht Direktor Frank, die Ereignisse der Nacht zu vertuschen. Gerichtsdiener Frosch durchschaut jedoch die Ausreden. Nach und nach suchen sämtliche Gäste des Balls ausgerechnet hier Zuflucht vor den Spitzeln, die nach den Besucher:innen von Orlofskys geheimem Fest Ausschau halten.

Auch Eisenstein erscheint, um seinen Arrest anzutreten und sich ein Alibi zu verschaffen. Doch befindet sich nicht bereits ein Gabriel von Eisenstein in einer der Zellen? Immerhin wurde Alfred bereits unter diesem Namen verhaftet. Die Verwirrung wächst, Masken fallen und Lebenslügen brechen auf. 

Als schließlich tatsächlich die Spitzel der Polizei vor der Tür stehen, behält ausgerechnet Frosch einen klaren Kopf. Noch muss geschwiegen und nach außen der schöne Schein gewahrt werden: Schuld war der Champagner. Doch Frosc

Bilder und Videos

Für alle Personen, die einen Screenreader nutzen, folgt an dieser Stelle eine allgemeine Beschreibung der visuellen Aspekte der Aufführung (Bühnenbild, Kostüme…) anstelle der Fotogalerie.

Die Pride Version der Operette spielt in einem historischen Bühnenbild, das in etwa in der Entstehungszeit des Stücks Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Im ersten Akt das Zuhause der Familie Eisenstein, ein klassischer Wiener Wohnsalon, detailgenau ausgestattet mit Möbeln und Textilien. Im zweiten Akt: Die Räumlichkeinten bei Prinz Orlofsky, in denen ein opulentes Fest gefeiert wird . Der dritte Akt spielt in einem Gefängnis, links ein Zugang zu den Zellen, in der Mitte ein Schreibtisch. Die Bühnenbilder sind alle detailreich und mit zahlreichen Requisiten und Möbelstücken ausgestattet und schaffen so realistisch anmutende Räume. Die Kostüme der Pride Version der Fledermaus sind opulent und zitieren queere Rollenvorbilder. Im zweiten Akt etwa tritt die Figur der Ida in einem riesengroßen Kostüm als Kaiserin Sisi auf, Orlofsky trägt ein Federkleid mit einem Mantel und einen Schnurrbart im Gesicht und verwischt so die Geschlechtergrenzen. Ivan trägt eine schwarze Lederhose und einen Lederharness. Rosalinde wiederum kommt als Mann verkleidet in einem Frack, mit einem schwarzen Fellmantel, zum Fest. Das Ballett trägt hautenge Trikots in Schwarz-Weiß und opulenten Kopfschmuck. Die Kostüme sind großteils schwarz und lila, mit einigen anderen Farbakzenten. Es entsteht der Eindruck eines queeren Balls, bei dem die Kostüme opulent, spielerisch und sexy sind.

Beiträge aus dem Weborello

Zusatzvorstellung „Die Fledermaus – Pride Edition“ am 21. Juni

Aufgrund des enormen Erfolges und der großen Nachfrage freut es uns, eine Zusatzvorstellung von Die Fledermaus – Pride Edition am Sonntag, 21. Juni 2026 um 19:00 Uhr anbieten zu können.

„Der Abend wird zum Triumph für das gesamte Ensemble“: Pressestimmen zu Die Fledermaus – Pride Edition

Standing Ovations, das ganze Haus stand Kopf bei der Premiere! Und auch die Presse ist begeistert von Die Fledermaus – Pride Edition.

Tom Neuwirth übernimmt die Rolle des Frosch in "Die Fledermaus – Pride Edition" der Volksoper Wien

Im Rahmen des Pride Month Juni präsentiert die Volksoper Wien heuer "Die Fledermaus – Pride Edition" als selbstbewusst queeren Blick auf die wohl berühmteste Operette der Welt. Tom Neuwirth, international bekannt als Conchita Wurst, bringt als Frosch erneut seine Vielseitigkeit zwischen Musik und Schauspiel auf die Bühne.

Pressestimmen

Auf die ‚Pride Edition‘ der ‚Fledermaus‘ kann die Volksoper stolz sein: Die gelungene queere Bearbeitung des Operettenklassikers mit Conchita Tom Neuwirth als Frosch ließ das volle Haus Kopf stehen.
Die Presse 10. Juni 2026
Der Abend wird zum Triumph für das gesamte Ensemble, dem Neuwirth den richtigen Kick gibt.
ORF 10. Juni 2026
So bunt war der Operetten-Klassiker noch nie: ein humorvolles, bissiges Spiel über Liebe, Identität und gesellschaftliche Normen. (5 von 5 Sternen)
Kronen Zeitung 10. Juni 2026
Vom Ereignischarakter her hat der Dienstagabend an der Wiener Volksoper vielleicht das bisherige Opernhighlight des Jahres gebracht.
ORF 10. Juni 2026
So findet zusammen, was zusammengehört. An der Volksoper wird die ‚Pride Edition‘ der Strauß-Operette zum stimmigen Gesamtkunstwerk. (…) Florian Hurler adaptierte dafür die luxuriöse Inszenierung von Robert Herzl, Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl kreierten eine herrlich unverschämte, anzügliche, wienerische Textfassung.
Der Standard 11. Juni 2026
Gerade die Operette war noch nie eine reine Hetero- Angelegenheit. Und so passt der queere Dreh, den Jürgen Bauer und Moritz Franz Beichl dem Strauß'schen Fledermaus-Libretto für die Pride-Ausgabe geben, fugenlos.
Kurier 10. Juni 2026
Die Fledermaus Pride Edition : Wenn das keine neue Tradition wird, ist die Volksoper schlecht beraten.
Die Presse 10. Juni 2026
Ein Trubel wie im Taubenschlag. Bitte in Zukunft jeden Juni!
Der Standard 11. Juni 2026