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Der Dichter Hoffmann sitzt in einem Lokal und denkt an seine Geliebte Stella, die im nahegelegenen Opernhaus gerade in Mozarts Don Giovanni brilliert. An seiner Seite: sein enger Freund Nicklausse. Doch der Freund ist eigentlich die verkleidete Muse, und diese hat nur ein Ziel: Hoffmann von der unglücklichen Liebe ab- und zurück zur hehren Kunst zu bringen. Angeregt durch die Stimmung im Lokal und gereizt von der Anwesenheit seines romantischen Rivalen Lindorf, beginnt es in Hoffmanns Kopf zu arbeiten und Erinnerungen kehren zurück. Erinnerungen an drei Frauen, die er einst liebte, und die ihm angeblich durch böse Kräfte wieder entrissen wurden: Olympia, Antonia und Giulietta. Der Dichter beginnt, das zu tun, was seine Aufgabe ist: zu erzählen!

In Lotte de Beers Inszenierung, für die Peter te Nuyl eine neue Textfassung erstellt hat, tritt die Muse in einen Dialog mit Hoffmann, sie nimmt ihn mit auf einen Weg, konfrontiert ihn mit sich selbst und seiner eigenen Künstlerseele. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Dialog, eine Auseinandersetzung zwischen Kunst und Künstler.

Koproduktion mit der Opéra National du Rhin, dem Théâtre National de l‘Opéra-Comique und der Opéra de Reims.


Ouvertüre mit Lotte

Bei der Vorstellung am 11. Juni 2026 gibt es um 18:15 Uhr eine kostenlose Werkeinführung für die Besucher:innen der Vorstellung durch Lotte de Beer.

Leading Team

Besetzung am 11. Juni 2026

Musikalische Leitung
Emmanuel Villaume
Die Muse / Nicklausse
Katia Ledoux
Giulietta
Hedwig Ritter
Lindorf / Coppélius / Dapertutto / Miracle
Josef Wagner
Andrès / Cochenille / Frantz / Pitichinaccio
Robert Bartneck
Die Stimme der Mutter
Annely Peebo
Stella
Sarah Lakatha
Luther
Markus Lipp

Weitere Termine und Besetzung

Fr 5 Juni 2026

Schon vorbei!

1 Pause
11:00

Preise Z

So 7 Juni 2026

Schon vorbei!

1 Pause
18:00 - 20:45

Preise D

So 14 Juni 2026

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise D

Mo 22 Juni 2026

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise A

Sa 27 Juni 2026

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise D

Mo 29 Juni 2026

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise A

Mo 19 April 2027

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise A

Do 22 April 2027

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise D

Di 27 April 2027

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise A

So 2 Mai 2027

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise D

Do 6 Mai 2027

1 Pause
17:00 - 19:45

Preise D

Mi 12 Mai 2027

1 Pause
19:00 - 21:45

Preise A

1. AKT
Alkoholschwaden ziehen durch Luthers Schenke, wo der Schriftsteller Hoffmann auf die Frau seiner Träume wartet: die Opernsängerin Stella. Hoffmann kämpft mit einer Schreibblockade. Deshalb blättert die Muse der Dichtkunst in seiner Akte. Sie soll ihn von seinen krankhaften Fantasien über Frauen heilen und zurück auf den Pfad der Kunst führen. Hoffmann nutzt die Pause von Stellas Opernvorstellung, um den Gästen im Weinkeller das Lied vom „Klein-Zack“ vorzusingen. Doch seine Gedanken schweifen zu Stella ab. In Lindorf, seinem Rivalen um Stellas Gunst, vermutet Hoffmann den Teufel, seinen ewigen Gegenspieler, den er auch für das Scheitern seiner drei bisherigen Liebeserfahrungen für schuldig hält. Die Muse bringt ihn dazu, von diesen Erfahrungen zu erzählen: Drei Erzählungen über drei Frauen, die er einst liebte, werden ihn mit seinen pathologischen Neigungen konfrontieren.

2. AKT
Die Muse versucht herauszufinden, wie autobiografisch Hoffmanns Erzählungen eigentlich sind. Hoffmann weicht der Frage aus und fängt an zu erzählen: Der Physiker Spalanzani hat die Automate Olympia geschaffen, die er als seine Tochter bezeichnet. Der Optiker Coppélius – der ‚Teufel‘ in dieser Erzählung –, der die Augen für die Automate geliefert hat, lässt Hoffmann durch eine Zauberbrille blicken, wodurch dieser Olympia für lebendig hält und sich in sie verliebt. Die Muse wirft Hoffmann vor, dass er seine Fantasie mit der Wirklichkeit verwechselt. Spalanzani präsentiert seine Schöpfung Olympia den versammelten Gästen. Olympia singt. Hoffmann tanzt mit ihr.
Coppélius entdeckt, dass Spalanzani ein betrügerischer Scharlatan ist, und zerstört die Automate. Erst jetzt begreift Hoffmann, dass er ein seelenloses Objekt geliebt hat. Die Muse betont den Unterschied zwischen dem Autor und seiner Figur.

3. AKT
Die Muse provoziert Hoffmann, indem sie gleich zu Beginn seiner zweiten Erzählung die Handlung untergräbt. Hoffmann wird sie trotzdem erzählen: Antonia hat von ihrer Mutter eine wunderschöne Stimme geerbt, aber auch eine unheilbare Krankheit: Sie kann nicht singen, ohne ihr Leben zu riskieren. Um sie zu beschützen, hat ihr Vater Crespel ihr verboten, Hoffmann zu sehen, der gerade ihre Singstimme liebt. Crespel ist mit Antonia aus der Stadt geflohen. Hoffmann erzählt, wie er Antonia wiederfand. Sie singen das Lied ihrer Liebe. Hoffmann findet über die Krankheit heraus, an der sie leidet. Die Muse kritisiert die Art und Weise, wie Hoffmann Frauen betrachtet. Doktor Miracle – der ‚Teufel‘ in diese Erzählung –, der schon Antonias Mutter behandelt hat, ruft deren Erinnerung wach, wodurch Antonia gezwungen wird, wie nie zuvor zu singen. Die berauschende Kraft der Musik wird ihr zum Verhängnis.

4. AKT
Die Muse konfrontiert Hoffmann mit dem festen Muster, nach dem sich alle seine Geschichten abspielen. Hoffmann beklagt sich, dass ihm der Teufel auf den Fersen ist. Er will die Liebe aufgeben, sowohl in seinem Leben als auch in seinem Werk. Um ihn auf die Probe zu stellen, singt die Muse gemeinsam mit der Kurtisane Giulietta ein wunderschönes Duett über die Liebe. Hoffmann erzählt, dass genau diese Kurtisane im Auftrag Dapertuttos – der ‚Teufel‘ in diese Erzählung –, die Schatten und Spiegelbilder ihrer Liebhaber stiehlt. Die Muse erkennt, dass Hoffmann erneut in eine Erzählung hineingezogen wird. Eine Erzählung mit absurden Zügen, in der Hoffmann zwei Liebhaber von Giulietta ermordet, sein Spiegelbild von ihr gestohlen wird und er aus der Stadt fliehen muss.

5. AKT
Nach einer zerstörten Automate, einer toten Sängerin und zwei ermordeten Liebhabern bleibt der Muse noch ein letzter Akt, um Hoffmann wieder zur wahren Kunst zurückzuführen. Als die Aufführung von Stella vorbei ist, betritt die Sängerin den Weinkeller. Hoffmann sieht, wie sie gemeinsam mit Lindorf fortgeht. Nun, da ihm alle Frauen genommen wurden oder ihn zurückgewiesen haben, versucht Hoffmann sogar in der Muse der Dichtkunst noch seine romantische Muse zu sehen. Doch sie macht ihm klar, dass keine Frau in diese Rolle passt – weder im Leben noch in der Kunst. Sie wird auf den Olymp zurückkehren. Und ob Hoffmann ein guter Künstler und ein guter Mensch werden will, liegt nun allein bei ihm.

Bilder und Videos

Für alle Personen, die einen Screenreader nutzen, folgt an dieser Stelle eine allgemeine Beschreibung der visuellen Aspekte der Aufführung (Bühnenbild, Kostüme…) anstelle der Fotogalerie.

Die gesamte Oper spielt in einem einzigen, wandelbaren Raum. Zwei hohe Wände laufen von den Seiten der Bühne nach hinten aufeinander zu und bilden einen schmaler werdenden Innenraum. Die Wände sind mit verblichenen, gemusterten Tapeten bedeckt und erinnern an ein altes Wirtshaus oder ein verlassenes Zimmer. Rechts befindet sich zeitweise eine Bar, links stehen Tische und Stühle. Zwischen den Szenen verändert sich der Raum überraschend schnell. Möbel erscheinen in ungewohnten Größenverhältnissen: Stühle und Tische können winzig klein wirken oder überlebensgroß anwachsen. Dadurch entsteht der Eindruck einer Traumwelt, in der vertraute Dinge ihre Maßstäbe verlieren. Im Olympia-Akt beherrscht eine riesenhafte Kinderpuppe die Bühne. Mit blondem Haar, einem rosafarbenen Kleid und starrem Puppengesicht sitzt sie wie eine monumentale Figur im Raum und lässt die Menschen um sie herum klein und verletzlich erscheinen. Daneben tritt Olympia auch als Puppe in normaler Größe auf. Im Antonia-Akt verdunkelt sich die Atmosphäre. Immer mehr große, schwarz gefüllte Bilderrahmen erscheinen an den Wänden und drängen den Raum zunehmend ein, bis er beinahe von ihnen überwuchert wird. Im Giulietta-Akt wirkt die Bühne dagegen fast leer. Die vertraute Zimmerarchitektur bleibt bestehen, doch die Einrichtung verschwindet weitgehend. An der Rückwand entsteht der Eindruck einer spiegelnden Fläche. Kalte Lichtstimmungen und die Weite des nun fast leeren Raums schaffen eine traumhafte, unwirkliche Atmosphäre. Der letzte Akt führt wieder in das Lokal des Beginns zurück. Die Kostüme bewegen sich überwiegend in Braun-, Beige-, Grau- und Rosatönen. Hoffmann trägt einen schlichten Anzug mit lockerem Künstlerschal. Viele Figuren erscheinen ebenfalls in Anzügen oder zurückhaltender Alltagskleidung. Antonia trägt ein streng geschnittenes Kostüm. Giulietta hebt sich mit hohen Absätzen, einem kurzen Kostüm und einem auffälligen Kopfschmuck deutlich von den anderen Figuren ab. Im Giulietta-Akt trägt auch der Chor Hoffmanns Kleidung und Frisur. Dadurch entstehen zahlreiche Doppelgänger des Protagonisten, als würden verschiedene Abbilder seiner selbst die Bühne bevölkern.