1. AKT
Alkoholschwaden ziehen durch Luthers Schenke, wo der Schriftsteller Hoffmann auf die Frau seiner Träume wartet: die Opernsängerin Stella. Hoffmann kämpft mit einer Schreibblockade. Deshalb blättert die Muse der Dichtkunst in seiner Akte. Sie soll ihn von seinen krankhaften Fantasien über Frauen heilen und zurück auf den Pfad der Kunst führen. Hoffmann nutzt die Pause von Stellas Opernvorstellung, um den Gästen im Weinkeller das Lied vom „Klein-Zack“ vorzusingen. Doch seine Gedanken schweifen zu Stella ab. In Lindorf, seinem Rivalen um Stellas Gunst, vermutet Hoffmann den Teufel, seinen ewigen Gegenspieler, den er auch für das Scheitern seiner drei bisherigen Liebeserfahrungen für schuldig hält. Die Muse bringt ihn dazu, von diesen Erfahrungen zu erzählen: Drei Erzählungen über drei Frauen, die er einst liebte, werden ihn mit seinen pathologischen Neigungen konfrontieren.
2. AKT
Die Muse versucht herauszufinden, wie autobiografisch Hoffmanns Erzählungen eigentlich sind. Hoffmann weicht der Frage aus und fängt an zu erzählen: Der Physiker Spalanzani hat die Automate Olympia geschaffen, die er als seine Tochter bezeichnet. Der Optiker Coppélius – der ‚Teufel‘ in dieser Erzählung –, der die Augen für die Automate geliefert hat, lässt Hoffmann durch eine Zauberbrille blicken, wodurch dieser Olympia für lebendig hält und sich in sie verliebt. Die Muse wirft Hoffmann vor, dass er seine Fantasie mit der Wirklichkeit verwechselt. Spalanzani präsentiert seine Schöpfung Olympia den versammelten Gästen. Olympia singt. Hoffmann tanzt mit ihr.
Coppélius entdeckt, dass Spalanzani ein betrügerischer Scharlatan ist, und zerstört die Automate. Erst jetzt begreift Hoffmann, dass er ein seelenloses Objekt geliebt hat. Die Muse betont den Unterschied zwischen dem Autor und seiner Figur.
3. AKT
Die Muse provoziert Hoffmann, indem sie gleich zu Beginn seiner zweiten Erzählung die Handlung untergräbt. Hoffmann wird sie trotzdem erzählen: Antonia hat von ihrer Mutter eine wunderschöne Stimme geerbt, aber auch eine unheilbare Krankheit: Sie kann nicht singen, ohne ihr Leben zu riskieren. Um sie zu beschützen, hat ihr Vater Crespel ihr verboten, Hoffmann zu sehen, der gerade ihre Singstimme liebt. Crespel ist mit Antonia aus der Stadt geflohen. Hoffmann erzählt, wie er Antonia wiederfand. Sie singen das Lied ihrer Liebe. Hoffmann findet über die Krankheit heraus, an der sie leidet. Die Muse kritisiert die Art und Weise, wie Hoffmann Frauen betrachtet. Doktor Miracle – der ‚Teufel‘ in diese Erzählung –, der schon Antonias Mutter behandelt hat, ruft deren Erinnerung wach, wodurch Antonia gezwungen wird, wie nie zuvor zu singen. Die berauschende Kraft der Musik wird ihr zum Verhängnis.
4. AKT
Die Muse konfrontiert Hoffmann mit dem festen Muster, nach dem sich alle seine Geschichten abspielen. Hoffmann beklagt sich, dass ihm der Teufel auf den Fersen ist. Er will die Liebe aufgeben, sowohl in seinem Leben als auch in seinem Werk. Um ihn auf die Probe zu stellen, singt die Muse gemeinsam mit der Kurtisane Giulietta ein wunderschönes Duett über die Liebe. Hoffmann erzählt, dass genau diese Kurtisane im Auftrag Dapertuttos – der ‚Teufel‘ in diese Erzählung –, die Schatten und Spiegelbilder ihrer Liebhaber stiehlt. Die Muse erkennt, dass Hoffmann erneut in eine Erzählung hineingezogen wird. Eine Erzählung mit absurden Zügen, in der Hoffmann zwei Liebhaber von Giulietta ermordet, sein Spiegelbild von ihr gestohlen wird und er aus der Stadt fliehen muss.
5. AKT
Nach einer zerstörten Automate, einer toten Sängerin und zwei ermordeten Liebhabern bleibt der Muse noch ein letzter Akt, um Hoffmann wieder zur wahren Kunst zurückzuführen. Als die Aufführung von Stella vorbei ist, betritt die Sängerin den Weinkeller. Hoffmann sieht, wie sie gemeinsam mit Lindorf fortgeht. Nun, da ihm alle Frauen genommen wurden oder ihn zurückgewiesen haben, versucht Hoffmann sogar in der Muse der Dichtkunst noch seine romantische Muse zu sehen. Doch sie macht ihm klar, dass keine Frau in diese Rolle passt – weder im Leben noch in der Kunst. Sie wird auf den Olymp zurückkehren. Und ob Hoffmann ein guter Künstler und ein guter Mensch werden will, liegt nun allein bei ihm.