Harriet Jones-Zetterholm
Wann wurdest du zum ersten Mal in deinem Leben durch (Musik)Theater verzaubert?
Als Kind im Theater zu sitzen und plötzlich zu verstehen: Diese Welt da oben ist größer als die Realität. Dieser Moment, wenn das Licht ausgeht und alles möglich wird – das hat mich nie wieder losgelassen.
Welchen Moment im Produktionsprozess magst du am meisten?
Die Probenphase. Dieses Suchen, Scheitern, Neu-Erfinden. Da entsteht die Magie. Die Premiere ist wunderschön – aber die echte Arbeit, die Seele, liegt in den Wochen davor.
Welche Rolle kann Musiktheater heute einnehmen?
Eine sehr wichtige. In einer schnellen, digitalen Welt schafft es einen Raum für echte Emotion, für Gemeinschaft. Es zwingt uns, hinzusehen – und zu fühlen.
Unser Beruf ist ein ständiger Balanceakt zwischen Kontrolle und Loslassen. Und genau darin liegt die Schönheit.
Was hat uns die Operette heute noch zu sagen?
Mehr, als man denkt. Hinter Leichtigkeit und Humor steckt oft Gesellschaftskritik. Und manchmal brauchen wir genau das: Eleganz, Witz – und ein bisschen Eskapismus.
Was gibt das Publikum Darsteller:innen?
Alles. Energie, Spannung, Wahrheit. Jede Vorstellung ist anders, weil das Publikum anders ist. Es ist wie ein Dialog – auch wenn niemand spricht.
Warum singen die Charaktere eigentlich?
Weil sie müssen. Weil sie sonst zerbrechen würden an dem, was sie fühlen.
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Geboren in
Hastings, England
Ausbildung
Royal Academy of Music, London
Wichtige Engagements
The Queen in Disneys live action film Beauty and the Beast
Christine in The Phantom Of the Opera, London
Clara in The light in the Piazza
Johanna in Sweeney Todd
* Verwendung der Fotografie (© Nadine Poncioni) nur für Zwecke der aktuellen Berichterstattung über die Volksoper Wien