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Eine Produktion des Opernstudios der Volksoper Wien

Musikalisches Arrangement von Ricardo Vendramin Ross (Uraufführung)
Libretto von Caterino Mazzolà, Dialogfassung von Maurice Lenhard

Nach Così fan tutte, der Abschlussproduktion des ersten Opernstudio-Jahrgangs der Volksoper im Jahr 2024, präsentiert sich der zweite Jahrgang des jungen Ensembles nun mit einem weiteren Repertoireklassiker von Wolfgang Amadeus Mozart im MuTh am Augarten. In einer eigenen, neu arrangierten Kammerfassung des brasilianischen Komponisten Ricardo Vendramin Ross (*1995) zeigt Opernstudioleiter Maurice Lenhard als Regisseur die Nahebeziehungen von Mozarts Oper zu aktuellen weltpolitischen Dynamiken und entwirft so einen zeitgenössischen Politthriller. In diesem ist jene finale Vergebung, in der die titelgebende Milde („clemenza“) von Tito begründet ist, kein Akt der Menschlichkeit, sondern vielmehr ein Instrument der Kontrolle – eine Staatslüge, die Loyalität erzeugt und Widerstand neutralisiert. Sie suggeriert Stabilität, während es dem eiskalt berechnenden Tito eigentlich um Machtsicherung geht. In einer Welt der Medienbilder verstricken sich die beiden Liebespaare Vitellia und Sesto sowie Servilia und Annio in ein skrupelloses System von Intrige, Korruption und Mord … Denn Macht und Ohnmacht liegen gefährlich nahe beieinander, und sogar Vergebung kann zur Waffe werden.

Das Opernstudio wird unterstützt durch Martin Schlaff.
Partnerin des Opernstudios: Ibanez Atkinson Fundacion.


Ouvertüre vor der Vorstellung

Kostenlose Werkeinführungen mit Dramaturgin Magdalena Hoisbauer jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn. 

Leading Team

Musikalisches Arrangement Ricardo Ross

Bühnenbild und Kostüme Christina Geiger

Video Jakob Plattner

Licht Stefan Pfeistlinger

Besetzung am 08. Mai 2026

Weitere Termine und Besetzung

So 10 Mai 2026

1 Pause
18:00

Preise

Erster Akt

Vitellia hat die Ausflüchte ihres jugendlichen Liebhabers Sesto satt. Sie fordert von ihm einen Liebesbeweis: Er soll zum Attentäter werden und Kaiser Tito umbringen. Sesto erklärt seine Skrupel, dem bewunderten Freund das Leben zu nehmen. Vitellia schafft es jedoch, den jungen Mann wieder auf ihre Seite zu ziehen. Er ist bereit, für sie zum Mörder zu werden.

Annio überrascht mit der Kunde, dass Tito seine Geliebte Berenice aus Gründen der Staatsräson verlassen hat. Vitellia schöpft neue Hoffnung auf den Thron und weist Sesto an, mit der Umsetzung des Anschlags zu warten. Endlich allein, bittet Annio seinen besten Freund Sesto um Fürsprache beim Kaiser: Jetzt sei der Moment gekommen, dass er endlich Servilia, Sestos Schwester, heiraten könne.

Seinen engsten Vertrauten gegenüber eröffnet Tito daraufhin jedoch seine neuen Heiratspläne: Servilia soll Kaiserin werden. Annio ist tief getroffen, stellt aber die Wünsche des Regenten über sein eigenes Wohl. Er wird damit beauftragt, Servilia die frohe Botschaft zu überbringen. Im Angesicht seiner Geliebten ringt Annio um Fassung, Servilia aber kann ihn beruhigen. Sie will beim Herrscher Fürsprache halten und offen ihre Beziehung gestehen. Diese Ehrlichkeit wird von Tito mit Dank und Lob aufgenommen. Servilia und Annio sind frei von jeder Pflicht und erhalten Titos Segen.

Vitellia weiß nichts von dieser Wendung. Ihre Rache­gedanken sind zurück und sie schafft es erneut, Sesto für ihren mörderischen Plan zu gewinnen. Fest entschlossen gehen die beiden auseinander. Da überbringen Publio und Annio Vitellia die Botschaft, dass sie nun von Tito zur Frau gewählt worden sei. Panisch versucht sie den Attentäter Sesto zurückzurufen, doch vergeblich. 

Sesto plagen indessen Gewissensbisse. Je näher die Vollstreckung seines Mordanschlags rückt, desto mehr schämt er sich dafür, den Freund Tito töten zu wollen. Für seine Reue ist es aber zu spät, die Situation gerät außer Kontrolle. Schließlich verbreitet sich die befürchtete Nachricht: Der Herrscher ist tot. Sesto will sofort gestehen, doch Vitellia fährt ihm über den Mund. Alle beklagen den Tod des göttergleichen Kaisers.

Zweiter Akt

Freudig verkündet Annio seinem Freund Sesto, dass Tito lebt. Die Botschaft dringt kaum zu Sesto durch, muss er doch gestehen, selbst für den Anschlag verantwortlich gewesen zu sein. Annio ermutigt ihn, bei Tito um Gnade zu bitten. Vitellia hingegen fordert Sesto auf, die Stadt zu verlassen. Sie bangt um ihre Ehre und Chance, den Thron zu besteigen. Unter Schwüren, ihr Geheimnis zu wahren, wird Sesto von Publio verhaftet und zum Verhör gebracht.

Der totgeglaubte Kaiser Tito lebt. Ihn belastet die Ungewissheit um das Verhör Sestos sehr, will er doch nicht an die Schuld des Freundes glauben. Publio warnt ihn vor zu viel Nachsicht und Vertrauen, und nur wenig später hält er das Geständnis sowie das Todesurteil zur Unterschrift in seinen Händen. Tito kann sich nicht zur Vollstreckung durchringen und beschließt, Sesto noch einmal selbst befragen zu wollen. Im Gespräch von Freund zu Freund gesteht Sesto seine Schuld, schweigt jedoch zum Schutze Vitellias, als Tito ihn nach den Beweggründen befragt. Wütend richtet Tito über ihn. 

Kaum ist Sesto fort, beschließt Tito seine Güte zur Waffe zu machen. Annio und Servilia versuchen derweil, an Vitellias Mitgefühl zu appellieren. Als zukünftige Kaiserin soll sie sich bei Tito für Sesto einsetzen. Gerührt davon, dass ihr Geliebter sein Wort gehalten hat, sieht sie ein, dass ihre Intrige am Ende ist und ihr nichts bleibt, als Tito ihre Schuld zu gestehen.

Bevor es zum Urteilsspruch über Sesto kommt, überrascht Vitellia die Anwesenden mit ihrem Geständnis: Sie habe den engsten Freund Titos zum Mordanschlag angestiftet. Der Herrscher ist enttäuscht, beschließt jedoch, nun Gnade und Milde walten zu lassen …