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Ilker Arcayürek

Wann wurdest du zum ersten Mal in deinem Leben durch (Musik)Theater verzaubert? 
Vor über 30 Jahren stand ich das erste Mal auf der Bühne der Volksoper. Ich hatte als Kind schon den Wunsch, eines Tages professionell auf der Bühne stehen zu wollen (am liebsten als Tenor) und es machte Spaß, Tenören wie P. Domingo, J. Botha, P. Seifert H. Lippert, etc. nachzueifern.

Welche drei Rollen/Partien schätzt du besonders?
Besonders schätze ich Partien, in denen ich viel Verantwortung übernehmen kann und die mir erlauben, tief in die Verbindungen zwischen Text und Musik einzutauchen. Mich reizt es, die psychologische Komplexität der Figur auszuloten und ein möglichst ehrliches / dadurch natürlich wirkendes Rollenporträt zu entwickeln. Tragische Persönlichkeiten mit einer inneren Zerrissenheit, oder etwas Mystischem liegen mir dabei besonders. Rodolfo, Idomeneo, Ulisse habe ich sehr gerne gesungen – trotz ihrer Unterschiedlichkeit konnte ich mich ausleben, weil jede Figur auf andere Art eine emotionale Tiefe verlangt. Ich könnte mir auch Palestrina oder Lohengrin gut vorstellen. Ich versuche in jeder Rolle, die ich verkörpere, etwas Persönliches einfließen zu lassen. Es steckt daher in fast jeder Produktion ein großer Teil von mir selbst darin.

Was hat uns die Operette heute noch zu sagen?
Sehr viel, Operette ist ein Spiegel der Gesellschaft. In der vermeintlich heilen Welt steckt hinter der Fassade auch viel Melancholie und Ehrlichkeit. Unsere Aufgabe ist es, trotz der oftmals heiteren Musik die Menschen zu berühren. Ich selbst muss ergriffen sein, um auch andere erreichen zu können, daher nehme ich die Operette sehr ernst und keinesfalls als nur „leichtes Genre“.

Welche drei Produktionen bedeuten dir besonders viel?
Als Zuschauer die Inszenierungen von Patrice Chéreau „Aus einem Totenhaus“, Peter Stein „Die Nase“, Eva-Maria Höckmayr „Simplicius Simplicissimus“. Diese Produktionen haben lange bei mir nachgewirkt und ich habe viel über Theater gelernt bzw. erlebt, wie es sein kann, nach einem Theaterabend sprachlos zu sein.

*** 

Geboren in
Istanbul, aufgewachsen in Wieden und Favoriten 

Ausbildung 
Prof. Sead Buljubasic, IOS Opernhaus Zürich, Stadttheater Klagenfurt, Staatstheater Nürnberg, seit 2018 freischaffend

Wichtige Engagements
Tamino - International Edinburgh Festival, Nadir in Perlenfischer - Santa Fe Opera/USA Debut, Debut als Claudio in Das Liebesverbot - Teatro Real Madrid, Debut als Max in Der Freischütz - Vlaamse Opera u.v.m.

Wigmore Hall London, Schubertiade Schwarzenberg, BBC Proms, Musikverein und Konzerthaus Wien, Concertgebouw Amsterdam, Japan Debut mit Mikhail Pletnev, Europatourneen mit Philippe Herreweg, u.v.m.  

Wichtige Arbeiten an der Volksoper
Als Kind in Carmen und Die Zauberflöte, 1+2 Knabe
2018 in Zar und Zimmermann als Marquis de Chateauneuf  

Prägende Zusammenarbeit mit diesen Künstler:innen
Dirigenten: Claudio Abbado, Mariss Jansons, Philippe Herreweghe, Adam Fischer, Philippe Jordan
Regie: Claus Guth, Peter Konwitschny, Christoph Marthaler, Sven Eric Bechtolf, Tobias Kratzer, Mariame Clément u.v.m. 

Bedeutende Preise und Ehrungen
BBC Cardiff Singer of the World Finalist
BBC New Generation Artist
Gewinner des Internationalen Hugo Wolf Wettbewerbs Stuttgart

Sonstiges
Passionierter Lied Sänger, Fan von alten Aufnahmen, Stolzer Papa, Hobby Koch

Website
www.ilkertenor.com

* Verwendung der Fotografie  (© Gillian Riesen) nur für Zwecke der aktuellen Berichterstattung über die Volksoper Wien