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Gan-ya Ben-gur Akselrod

Wann wurdest du zum ersten Mal in deinem Leben durch (Musik)Theater verzaubert?
Ich war ein sehr schüchternes Kind und habe nicht viel gesprochen. Aber immer, wenn ich Musik hörte, hatte ich das Gefühl, als würde sich in mir eine ganze Welt öffnen. Für mich waren Musik und Theater nie voneinander zu trennen. Sobald ich einen Klang hörte, stellte ich mir sofort eine Geschichte, eine Figur, ein Gefühl oder ein verborgenes Leben dahinter vor. Klänge waren für mich nie abstrakt – sie waren Emotionen, Bilder, Situationen. Ich glaube, das war meine erste Erfahrung mit dem Musiktheater: nicht unbedingt in einem Opernhaus, sondern in der Art und Weise, wie Musik die Welt größer, lebendiger und ausdrucksstärker machte als die Alltagssprache. Musik gab mir eine Sprache, noch bevor ich selbst eine hatte.

Warum singen die Leute und warum sprechen sie nicht?
Vielleicht liegt es daran, dass das Singen älter ist als die Sprache. Lange bevor Sprache zu strukturierter Rede wurde, nutzten Menschen Rhythmus, Tonhöhe, Atem und Klang, um zu kommunizieren. 
Im Gehirn nutzen Sprechen und Singen zwar bestimmte gemeinsame Sprachbahnen, doch das Singen aktiviert darüber hinaus noch umfassendere Netzwerke. Es kann Endorphine freisetzen und manchmal sogar Sprachstörungen wie Stottern umgehen.
Doch Singen ist nicht nur eine eigene Sprache; es ist eine körperliche Handlung – bewusstes Atmen, Schwingung, der ganze Körper ist daran beteiligt. Wenn wir singen, teilen wir nicht nur ein Gefühl, wir verkörpern es. Und wenn Menschen gemeinsam singen, entsteht etwas Gemeinsames: Einzelne Körper beginnen, gemeinsam zu atmen, zuzuhören und sich zu synchronisieren. Singen verwandelt Gefühle in Schwingungen – und ermöglicht es uns, einander auch zu spüren.

Singen: Spitzensport oder heilige Berufung?
Vielleicht beides – und keines von beiden. Singen erfordert die Disziplin eines Sportlers, Ausdauer und Präzision: Der Körper muss trainiert, das Instrument täglich gepflegt werden. Doch der Grund, warum wir es tun, reicht viel tiefer als bloße Disziplin; wenn es nur noch um Leistung geht, geht etwas Wesentliches verloren. Die Stimme muss menschlich, verletzlich und lebendig bleiben. Im besten Fall ist Singen ein hochentwickeltes Handwerk im Dienste von etwas Zerbrechlicherem: Wahrheit, Präsenz und menschlicher Verbundenheit.

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Ausbildung
Frühe Ausbildung in Cello, Klarinette und Klavier.
Master of Music in Gesangskunst, New York.

Wichtige Engagements
Theater an der Wien, Volksoper Wien, Komische Oper Berlin, Deutsche Oper Berlin, Teatro Real Madrid, Staatsoper Stuttgart, Théâtre du Capitole, La Monnaie, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Oldenburgisches Staatstheater, Theater Freiburg, Klangforum Wien, Glyndebourne Festival, Festival d’Aix-en-Provence, Bregenzer Festspiele, Salzburger Festspiele, Musikverein, Konzerthaus Wien, Elbphilharmonie Hamburg, Tonhalle Zürich, hr-Sinfonieorchester, NDR Radiophilharmonie, Grafenegg Festival, Carnegie Hall New York, Ravinia Festival, Orchestre National du Capitole de Toulouse, The World of Hans Zimmer Tour und mehr.

Wichtige Arbeiten an der Volksoper
Königin der Nacht in Die Zauberflöte
Auszüge aus Lulu im Foyer-Konzert Wedekind in Wien

Prägende Zusammenarbeit mit diesen Künstler:innen
Alain Altinoglu, William Christie, Alan Curtis, Antonino Fogliani, René Jacobs, Johannes Kalitzke, Walter Kobéra, Jacques Lacombe, Marc Minkowski, André de Ridder, Peter Rundel, Elena Schwarz, Matt Dunkley, Gavin Greenaway, Martin Gellner, Robert Carsen, Barrie Kosky, Keith Warner, Jonathan Dove, Hans Zimmer

Bedeutende Preise und Ehrungen
Opus Klassik Award
1. Preis, Hilde Zadek Wettbewerb, Wien
3. Preis, Lotte Lenya Wettbewerb, New York
Lys Symonette Award, Lotte Lenya Wettbewerb, New York
Trustee Award, Kurt Weill Foundation, New York
1. Preis, Buchmann-Mehta Wettbewerb, Israel
3. Preis, Paul Ben-Haim Wettbewerb, Israel
2. Preis, Güzin Gürel Arts & Science Foundation, Türkei
Silbermedaille, Global Music Awards, Kalifornien

Sonstiges
Lehrstellen:
Univ.-Prof.in für Sologesang, Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Institut für Gesang und Oper

Univ.-Prof.in für „Practice Performance Contemporary Music“ (PPCM Masterprogramm), in Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien und der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

Aufnahmen:
The World of Hans Zimmer — A New Dimension (Warner Classics; Interpretin und Gesangsarrangeurin)

Felix Weingartner’s Die Dorfschule mit der Deutschen Oper Berlin (Deutschlandradio Kultur)

Sur le front mit Worakls, Soundtrack für des Animaux Menacés (Interpretin und Mitkomponistin)

Childhood Memories mit dem Orpheus Kammerorchester Wien

Website
www.gan-ya.com

 * Verwendung der Fotografie (© Stefan Panfili) nur für Zwecke der aktuellen Berichterstattung über die Volksoper Wien