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Die Dreigroschenoper

Ein Stück mit Musik von Bertolt Brecht und Kurt Weill unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann

In deutscher Sprache

Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern
nach John Gays The Beggar's Opera
von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik)
unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann

Wer am besten betrügt, gewinnt: Ganovenboss Macheath und Bettlerkönig Peachum (beides Unternehmer!) liefern sich einen Schäbigkeitswettbewerb vom Feinsten. Peachums Tochter Polly sieht sich aber nicht als Anlagekapital und heiratet Macheath aus Liebe. Die Hure Jenny rächt sich mit ihren Mitteln. Doch eine Welt, die nur die jeweils besseren Gauner belohnt, kann keine gute sein. Gnadenlos deckt Die Dreigroschenoper auf, was das Publikum nicht sehen will: Dass wir alle diejenigen sind, die diese Bösartigkeit stützen.

1928 ist es schon kalt in der bürgerlichen Welt, der Die Dreigroschenoper ihre Schlechtigkeit unverschnörkelt zeigen will. Die Gosse ist Folie, der dreckige Hemdkragen nur Kolorit. Und wird es nicht immer kälter? Maurice Lenhard und sein Team präsentieren diesen Klassiker als einen Kampf ums Überleben in einer kalten Welt: Wer noch kein dickes Fell hat, packt sich in dieser Lesart am besten so gut wie möglich ein gegen den Frost.

Die Dreigroschenoper ist der erste Beitrag zur neuen Manifesto-Reihe der Volksoper Wien. Unter diesem Titel sind junge ebenso wie erfahrene Theatermacher:innen eingeladen, laut über Wie und Warum des Musiktheatermachens nachzudenken. Jedes künstlerische Team wird am Ende eine Neuproduktion und ein Manifest hinterlassen, auf die wir in weiterer Folge aufbauen.


Ouvertüre 
Vor der Vorstellung am 2. Dezember gibt Regisseur Maurice Lenhard in einer exklusiven Werkeinführung Einblik in Die Dreigroschenoper.
Wann? 2. Dezember um 18:15 Uhr, also 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung
Wo? Im Balkon-Foyer

Eintritt frei für Besucher:innen der Vorstellung am 2. Dezember


Akt 1

Geld regiert die Welt und die Armut ist zum Geschäft geworden: Um den Menschen durch Mitleid das Geld aus der Tasche zu ziehen, hat Jonathan Jeremiah Peachum das Unternehmen „Bettlers Freund“ gegründet, das Lizenzen an professionelle Almoseneintreiber vergibt. Seine Tochter Polly hat die Fremdbestimmung satt, setzt ihre Hoffnungen aber ausgerechnet auf eine Heirat mit dem Ganovenkönig Macheath, Chef einer Räuberplatte und größter Konkurrent ihres Vaters (für Macheath ist es der größte Coup, um Peachum zu düpieren). Die Hochzeitsfeier findet inkognito statt und hat zum Ehrengast den Polizeichef Brown (genannt Tigerbrown), der sich zur Überraschung aller als Macheaths Buddy und Gewährsmann outet. Peachum und seine Frau kochen vor Wut, als sie von Pollys Heirat erfahren, doch sie hecken auch umgehend einen Plan aus: Würde man Macheath mit einer Intrige ans Messer liefern, wäre man den Wettbewerber los, hätte die Tochter als laufende Werbefläche zurück und gleich noch das Erbe obendrauf. Polly hat aber andere Pläne.

Akt 2

Polly versucht Macheath zu warnen: Ihr Vater droht Brown und plötzlich wendet sich das Blatt, alte Allianzen werden aufgekündigt und Verrat steht ins Haus. Macheath lässt sich überreden, zu fliehen und überträgt Polly die Geschäfte mit der Platte. Aber natürlich lässt er sich nicht abhalten, „seinen“ Donnerstagstermin bei den Huren von Turnbridge wahrzunehmen. Doch eine von ihnen, seine verflossene Liebe Jenny, hat einen Pakt mit Mrs. Peachum geschlossen und Macheath, der wiederum Polly verdächtigt, längst bei der Polizei angegeben. Im Kerker würdigt Macheath Brown keines Blickes. Er wittert aber bereits das nächste Problem, denn er hat Browns Tochter Lucy die Ehe versprochen. Als sie ihn mit seiner Verheiratung mit Polly konfrontiert, versucht er zu leugnen, doch da taucht seine Ehefrau höchstpersönlich auf und legt sich mit Lucy an. Nur Mrs. Peachum, die Polly aus dem Kerker zerrt, kann die Szene beenden. Macheath becirct Lucy, die ihm zur Flucht verhilft. Im leeren Gefängnis treffen Brown und Peachum aufeinander, der sich eigentlich am eingekerkerten Macheath ergötzen wollte. Peachum wiederholt seine Drohung: Sollte der Polizeichef seinen Kompagnon nicht an den Galgen bringen, würde er, der „Bettlerkönig“ Londons, die Krönungsfeierlichkeiten der jungen Königin mit seinem Personal sabotieren.

Akt 3

Die betrogene Lucy schwört Rache an Polly und will sie mit Gift umbringen. Währenddessen bereitet Peachum alles für seinen Coup bei den Krönungsfeierlichkeiten vor. Da taucht Jenny auf und will von Mrs. Peachum den Lohn für den Verrat an Macheath. Doch die denkt gar nicht daran, das Geld zu zahlen, denn Macheath sei ja bereits wieder geflohen. Da verrät Jenny halbwissentlich erneut Macheath, der seine neu errungene Freiheit natürlich mit einem Besuch bei ihr gefeiert hat, und plaudert aus, dass er wieder im Hurenhaus in Turnbridge zu finden sei. Brown tritt ein, um Peachums gesammelte Belegschaft festzunehmen und so eine Störung der Krönung zu verhindern. Doch Peachum weist ihn darauf hin, dass er noch ein weiteres Ass im Ärmel hat: die wirklich Ärmsten der Armen, deren heruntergekommenes Äußeres nicht nur Aufmachung sei wie bei seinen „Professionals“ und die er zu den Feierlichkeiten schicken will. Als Brown zu verzweifeln droht, verrät ihm Peachum, wo er Macheath erneut festnehmen kann. Polly und Lucy treffen ein weiteres Mal aufeinander, aber nur, weil Polly herausfinden will, ob Lucy weiß, wo ihr Mann steckt. Die beiden stellen fest, dass sie auf ganz ähnliche Weise von Macheath hereingelegt worden sind, als die Nachricht von seiner erneuten Festnahme die Runde macht. Mrs. Peachum bringt Polly ihre Witwenkleider. Im Kerker versucht Macheath, sich auf altbekannte Weise Privilegien und die Freilassung zu erkaufen, doch da er nicht mehr flüssig ist, bringt es nichts. Als selbst seine Platte ihn hängen lässt und auch Polly nichts mehr unternimmt, ihn zu retten, sieht er alle seine Felle davonschwimmen und macht eine letzte Abrechnung mit Brown. Nun geht es gnadenlos an den Galgen. Doch im letzten Augenblick trifft mit dem Reitenden Boten des Königs ein Begnadigungsbescheid ein: Macheath soll leben, mit Polly glücklich werden und sein Leben mit einer monatlichen Leibrente in einem Schloss genießen. Ende gut, alles gut?

Besetzung

Bühnenbild
Malina Raßfeld
Kostüme
Christina Geiger
Jonathan Peachum, Chef einer Bettlerplatte
Carsten Süss
Frau Peachum
Ursula Pfitzner
Polly, ihre Tochter
Johanna Arrouas
Macheath, Chef einer Platte von Straßenbanditen
Sona MacDonald
Spelunkenjenny, Hure
Oliver Liebl
Brown, Polizeichef von London
Marco Di Sapia
Lucy, seine Tochter
Julia Koci
Münz-Matthias
Jakob Semotan
Hakenfinger-Jakob
Martina Dorak
Trauerweiden-Walter
Georg Wacks
Filch, einer von Peachums Bettlern
Michael Havlicek
Smith, Konstabler
Nicolaus Hagg
Ein Moritatensänger
Clemens Gruber
Erste Hure
Eva Zamostny
Dritte Hure
Josefine Tyler
Vierte Hure
Regula Rosin
Fünfte Hure
Kevin Perry

Sie wollen etwas genauer wissen, was Sie in dieser Aufführung erwartet? Hier finden Sie kleine Wegweiser, die Ihnen etwas Orientierung bieten, und das mit Augenzwinkern. Neugierig geworden? Klicken Sie rein und lassen Sie sich überraschen!

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